Foto: Körperliche Gewalt
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Der Gewaltbegriff Jugendlicher unterscheidet sich je nach Alter, Geschlecht, sozialem und kulturellem Herkunftsmilieu und den eigenen Gewalterfahrungen.

Einigkeit besteht bei ihnen zwar darüber, dass es sich bei allen schweren verletzenden Handlungen, zum Beispiel bei körperlichen Angriffen mit oder ohne Waffen, Erpressungen, massiven Sachbeschädigungen und -zerstörungen um Gewalt handelt. Sehr unterschiedlich werden allerdings Formen psychischer, insbesondere verbaler Gewalt beurteilt. Beschimpfungen, Verspottungen und das Ausschließen von Gleichaltrigen, aber auch verbale Ausfälle von Erwachsenen und "einfache" körperliche Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche wie Schütteln, Ohrfeigen oder Einsperren werden nicht von allen als Gewalthandlungen, sondern als normale Umgangsformen bzw. Erziehungsmittel angesehen.

Männliche Jugendliche haben oft einen engeren Gewaltbegriff als junge Frauen. Die deutlichsten geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen sich im Bereich der psychischen und verbalen Gewalt sowie in sexuellen Belästigungen. Hänseleien von Gleichaltrigen, verbale Aggressionen gegen Fremde oder Beleidigungen von Lehrkräften werden von Jungen eher selten, von Mädchen häufiger als Gewalthandlungen bezeichnet. Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei sexuellen Belästigungen, die von Mädchen häufiger als von Jungen als eine gewaltförmige Handlung verstanden werden.

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