Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen im Verdacht, gewaltbereiter als deutsche Jugendliche zu sein. Diese Annahme stützt sich auch auf höhere Tatverdächtigenzahlen in der Polizeikriminalstatistik PKS.
Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) bestätigen die höhere Gewaltaktivität insbesondere junger Männer ausländischer Herkunft. Demnach können ethnische Unterschiede in der Gewaltbelastung junger Migranten durch sozialstrukturelle Faktoren, familiäre Sozialisationsbedingungen und Erziehungsstile, insbesondere innerfamiliäre Gewalterfahrungen sowie Gewalt legitimierende Männlichkeitsnormen erklärt werden:
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Bei der Beurteilung der Gewaltaktivität junger Migranten muss auch berücksichtigt werden, dass Gewaltvorfälle überproportional häufig angezeigt werden, wenn sie zwischen Jugendlichen stattfinden, die unterschiedlichen ethnischen Gruppen angehören. Bei Gewalthandlungen, an denen nur deutsche Jugendliche beteiligt sind, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass keine Anzeige erstattet wird und informelle Regelungen gefunden werden. Das ethnisch-selektive Anzeigeverhalten hat zur Folge, dass junge Zuwanderer in der Tatverdächtigenstatistik überrepräsentiert sind.


