Bei Auseinandersetzungen machen die Streitenden oft das Problem an dem jeweils anderen fest. Sie arbeiten dabei mit "Du"- oder "Sie"-Botschaften. Beispiele aus unserem Video sehen Sie in der Sprechblase rechts. Die Beispiele lassen sich beliebig fortführen.

Wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, werden Du-Botschaften von dem anderen als Angriff empfunden. Nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung, geht man sofort zum Gegenangriff über. Die Eskalationsspirale beginnt. Die meisten Konfliktfälle enden nach dem Verlierer-Gewinner Schema. Damit ist der nächste Konflikt vorprogrammiert. Denn Verlierer wollen Genugtuung und Sieger geben auch keinen Frieden, da das Siegen ein so gutes Gefühl gibt.

Wie lässt sich diese Spirale durchbrechen? Vorwurfsvolle "Du"-oder "Sie"-Botschaften sollten durch "Ich"-Botschaften ersetzt werden, mit denen man seine Bedürfnisse, seine Gefühle, seine Gedanken mitteilt.

"Ich-Botschaften lassen dem anderen die Chance, sich kooperativ zu zeigen. Da er nicht beschimpft oder angegriffen wird, kann er offener sein für sein Gegenüber und dessen Problem. Sie drücken eine wertschätzende Haltung aus: Respekt und Achtung für den Gesprächspartner." 
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Ich-Botschaften sind deshalb auch eine wichtige Methode der Konfliktdeeskalation, da sie dem Empfänger das Nachgeben und Einlenken leichter machen. Er fühlt sich nicht angegriffen und muss nicht mit gleicher Münze zurückzahlen. Bei einem solchen Konfliktausgang verliert keiner sein Gesicht, beide gehen als Gewinner aus der Situation hervor.

Auch wenn es ungewohnt ist und nicht immer klappt, der Versuch lohnt sich.

"Kommen Sie mir nicht so! Sie sind jetzt lange genug hier. Sie wissen ganz genau, wie die Vorschriften lauten. Andauernd muss ich Ihnen auf die Finger sehen: Sie vergessen Ihre persönliche Schutzausrüstung, Sie kommen zu spät, Sie sind unkonzentriert. Sie denken, Sie können hier machen, was Sie wollen? ..."

Foto: Konfrontations-Botschaften

 

Du-Botschaften = Konfrontationsbotschaften

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