Wir alle kennen das: Rituale und Routinen vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit. Sogenannte „Gewohnheitstiere“ können ein Lied davon singen.

Routinen und Rituale sind wiederkehrende, gleichförmige Abläufe für bestimmte Situationen. Sie müssen wie Regeln eingeführt und eingeübt werden. Das kostet Zeit und absolut konsequentes Verhalten. Sind sie jedoch einmal eingespielt, sparen sie einerseits sehr viel Zeit und Energie, denn alle wissen, was wie zu tun ist und wie sie sich zu verhalten haben. Andererseits verhindern sie Auseinandersetzungen, Streitereien und Konflikte. Diskussionen erübrigen sich. Sie sind somit ebenfalls ein Baustein der Gewaltprävention.

Praktische Beispiele

Situation Mögliche Routinen und Rituale
     Tagesbeginn
  • Jeden Morgen findet ein 15minütiges Gespräch statt. Inhalte: Tagesplanung, Besonderheiten, Erwartungen.
  • "Witz des Tages" (am Anfang des Tages zu lachen, entspannt).
      Zu spät
    kommende
  Auszubildende ...
  • ... sagen beim Eintreten unaufgefordert, und ehrlich, warum sie zu spät kommen.
     
    Gruppenarbeit
  • Gemeinsames Festlegen des Gruppensprechers.
  • Unterhaltungen in normaler Lautstärke erlaubt.
      Aufräumen
  • Jeden ersten Montag im Monat, Rückblick: Was hat gut funktioniert? Wo gab es Probleme? Warum? Wie verhindern?
  • Es wird neu festgelegt, wer in welcher Woche des Monats verantwortlich ist.
Ausbildungssituation

 

Tipp  Routinen und Ritual:

Die hier genannten Beispiele sind nur eine kleine Auswahl möglicher Routinen und Rituale. Sie dienen nur der Verdeutlichung und müssen der jeweiligen Situation und Gruppenkonstellation angepasst werden.

Wenn Sie ein bis zwei Wochen lang Ihre täglichen Abläufe bewusst auf Wiederholungen und wiederkehrende Ereignisse beobachten, werden Sie zahlreiche Möglichkeiten für die bewusste Einführung von Ritualen und Routinen finden und sich durch eine klare Regelung entlasten können.