Wie ist es um Alex Selbstbewusstsein bestellt?

Alex wirkt in der Szene auf den ersten Blick recht selbstbewusst. Jedoch: Gewalt entspringt bei vielen Jugendlichen nicht aus besonders ausgeprägtem Selbstbewusstsein, aus einem Gefühl von Stärke, sondern im Gegenteil aus einem Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und mangelndem Selbstwertgefühl. Ein "gesundes" Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein hat Gewalt nicht nötig.

Bei Alex weist sein häufiger Blickkontakt zu den Mädchen darauf hin, dass er bei ihnen Annerkennung sucht. Vieles deutet darauf hin, dass er den vermeintlich schwächeren Olli demütigt und erniedrigt, um sich selbst aufzuwerten. Er glaubt vermutlich nicht, dass er Chancen bei den Mädchen hätte, wenn er sich einfach "normal" verhalten würde.

Mit Gewalt wird der Versuch unternommen, Anerkennung zu erreichen und Selbstwertgefühl aufzubauen. Gewalt kann entstehen, wenn Jugendliche keine andere Möglichkeit sehen, die in der Gesellschaft vorhandenen Ziele, die auch ihre Ziele sind, zu erreichen. Solche Ziele sind Anerkennung, Erfolg, Wohlstand, für männliche Jugendliche auch "Männlichkeit".

Wenn mangelndes Selbstwertgefühl ein Grund für die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen ist, dann ist ein stabiles Selbstkonzept bzw. Selbstwertgefühl ein Schutzfaktor gegen Gewalt.

Selbstwertgefühl ist nicht angeboren. "Da das Gefühl des Wert- oder Nichtwertseins erlernt ist, kann es auch verlernt und neu gelernt werden. Und diese Möglichkeit besteht von der Geburt bis zum Tod, so dass es nie zu spät ist." 
Quelle

Schmuckfoto

 

Was kann man tun, um bei der Arbeit mit der Gruppe der Auszubildenden deren Selbstwertgefühl zu stärken? Und wie kann man auf institutioneller Ebene die Voraussetzungen dazu schaffen bzw. den Prozess unterstützen? Mehr dazu erfahren Sie auf den Folgeseiten.