Fazit

Die verschiedenen sozialen Rollen, die die Jugendlichen in Gewaltsituationen einnehmen, haben großen Einfluss auf den Verlauf der Gewalthandlungen.

Die beispielhafte Szene verdeutlicht:

  • Die Annahme, dass einzelne Jugendliche (zum Beispiel auf Grund bestimmter Persönlichkeitsmerkmale) eindeutig als Täter zu identifizieren sind und es bestimmte "Opfertypen" gibt, ist zwar weit verbreitet, aber falsch.
  • Die Rollen "Täter" und "Opfer" können häufig nicht eindeutig zugeordnet werden. Täter und Opfer können wechseln, sogar im Laufe einer einzigen eskalierenden Situation.
  • Es gibt viele Unterstützer, die oft gar nicht als solche wahrgenommen werden. Unterstützer lassen Gewalt stellvertretend ausüben. Ohne die Unterstützung der Cliquenmitglieder würde Gewalt häufig gar nicht stattfinden bzw. viele Alltagsstreitereien würden nicht zu Gewalt führen.
  • Scheinbar Unbeteiligte, die nur zusehen und nichts sagen, sind - bewusst oder unbewusst - Mitläufer. Durch ihre Aufmerksamkeit und Nicht-Eingreifen signalisieren sie den Gewalttätern Zustimmung.
  • Wer Gewalt verhindern will, muss aktiv eingreifen. Helfer können eine wichtige deeskalierende Rolle spielen und müssen gestärkt werden.