Streitschlichtung
Der Begriff "Streitschlichtung" hat sich für Mediationsprogramme in Schulen durchgesetzt (Schüler-Mediation). Schüler werden als Mediatoren ausgebildet und sollen bei Konflikten in der Schule vermitteln.
Wenn die Prinzipien einer gewaltfreien Konfliktlösung, wie sie der Mediation zugrunde liegen, nicht nur von den Jugendlichen realisiert werden sollen, sondern Teil einer auf Verantwortung und Zusammenarbeit basierenden Betriebskultur sind, können Streitschlichter das soziale Klima und Konfliktpotenzial in einer Institution positiv beeinflussen.
Die Möglichkeiten der Streitschlichtung sind allerdings begrenzt. Im Allgemeinen werden die Streitschlichter von Mitschülern oder andren Auszubildenden zur Klärung kleinerer "Alltagskonflikte", nicht aber bei Konflikten mit und von Lehrkräften oder Ausbildern hinzugezogen. Schwierige Gewaltfälle werden Streitschlichter nicht lösen können.
Streitschlichtung kann außerdem nicht von Lehrkräften/Ausbilderinnen und Ausbildern oder der Leitung angeordnet werden. Zu ihren Grundprinzipien gehört, dass sie freiwillig und vertraulich ist.
Streitschlichterprogramme unterstützen Lehrkräfte/Ausbilder, entlasten sie aber nicht von ihrer Verantwortung. Sie müssen die Jugendlichen bei ihrer Tätigkeit begleiten und sie vor Überforderung und Überschätzung der eigenen Möglichkeiten schützen.


