Jeder junge Mensch kann Täter, Opfer und/oder Mitläufer von Gewalt werden. Zwischen den verschiedenen Rollen gibt es weder eine eindeutige Abgrenzung noch lassen sich diese eindeutig beschreiben. Es gibt aber Merkmale, die die Wahrscheinlichkeit für die Übernahme einer der drei Rollen erhöhen.
Täter
Zum Täter werden eher Jugendliche, die anderen körperlich überlegen sind. Bei Mobbing oder anderer psychischer Gewalt sind sie manchmal auch nur geschickter oder rhetorisch überlegen. Nicht überlegen sind Täter in ihrer inneren Stärke. Sie nutzen Gewalt, um
- ihr mangelndes Selbstwertgefühl zu steigern,
- Macht und Kraft zu demonstrieren,
- Anerkennung bei anderen zu bekommen,
- Frustrationen weiterzugeben,
- Stress abzubauen,
- Langeweile zu bewältigen.

Zu Tätern können Jugendliche aus allen sozialen Milieus werden, sowohl Jungen als auch Mädchen. Körperliche Gewalt geht eher von Jungen aus. Mädchen agieren im Allgemeinen versteckter und eher mit psychischer Gewalt. Täter können gleichzeitig auch Opfer sein oder zu Opfern werden. Opfer von Gewalt sind sie häufig in ihrer Herkunftsfamilie. Nicht selten sind sie auch Opfer anderer Jugendlicher, die ihnen in irgendeiner Weise überlegen sind, zum Beispiel einer anerkannteren Ethnie angehören, oder sie werden in neuen Situationen plötzlich vom Täter zum Opfer.

